Erfahrung zählt: Warum ältere Fachkräfte in Kitas unverzichtbar sind

Elke Hefele über ihren ungewöhnlichen Einstieg ins MINIHAUS, Führung im Wandel und warum Erfahrung in der Pädagogik unverzichtbar ist.

Ein beruflicher Neuanfang mit 50? Für viele unvorstellbar – für Elke Hefele war es der Beginn einer zweiten, erfüllenden Karriere. Heute leitet sie das MINIHAUS München Pasing und blickt auf über ein Jahrzehnt voller Entwicklung, Verantwortung und persönlicher Begegnungen zurück.

Vom Bürojob zurück zur Berufung

Nach 15 Jahren in der Immobilienbranche entschied sich Elke Hefele bewusst für einen radikalen Richtungswechsel. Die Arbeit mit Kindern war ursprünglich ihr Ziel gewesen – und ließ sie nie ganz los.

„Ich habe mich mit 50 beworben und gedacht: Ich fange nochmal von vorne an.“

Der Schritt zurück in die Pädagogik war kein leichter – aber ein konsequenter. Mit einem Hintergrund in Sozialpädagogik fand sie schnell wieder Anschluss und startete als Gruppenleitung. Der Einstieg in ein junges Team verlief überraschend positiv. Statt Skepsis erlebte Elke Offenheit und Wertschätzung.

„Alter muss nichts Negatives sein – es ist vor allem Erfahrung.“

Gerade diese Erfahrung prägt heute ihren Führungsstil. Sie versteht sich als Ergänzung zu jüngeren Kolleginnen und Kollegen – nicht als Gegenpol.

Ihr Weg führte sie über verschiedene Stationen: von der Gruppenleitung zur stellvertretenden Hausleitung und schließlich zur Leitung eines der größten MINIHAUS-Standorte. Der Wechsel vom kleinen in ein großes Haus war zunächst herausfordernd, entwickelte sich jedoch schnell zu einer Erfolgsgeschichte – auch dank eines starken Teams und einer offenen Unternehmenskultur.

Warum Erfahrung in der Pädagogik unverzichtbar ist

Ein zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist der Umgang mit Menschen: Mitarbeitende, Eltern und Kinder. Dabei sieht Elke vor allem die Mitarbeiterführung als größte Herausforderung:

„Kinder und Eltern sind gar nicht die größte Challenge – es sind die Mitarbeitenden.“

Über die Jahre hat sie gelernt, Gespräche bewusst zu führen, Perspektiven zu wechseln und Konflikte differenziert zu betrachten.

Elke betont die Bedeutung von Lebenserfahrung in der pädagogischen Arbeit – insbesondere im Zusammenspiel mit jüngeren Fachkräften.

„Man muss vieles spüren und fühlen – das lernst du nicht im Studium.“

Gerade die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung sieht sie als entscheidend für Qualität in der Betreuung.

Auch mit Erreichen des Rentenalters denkt Hefele nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: Die Vielfalt ihres Berufs ist für sie ein zentraler Motivationsfaktor.

„Ich bin kein klassischer Rentner – ich brauche Herausforderungen. Langeweile bedeutet für mich Stillstand“

Die Mischung aus Organisation, Teamführung und pädagogischer Arbeit mache den Job für sie einzigartig.

Sinnstiftende Arbeit als täglicher Antrieb

Was sie nach über 13 Jahren im Minihaus besonders schätzt, ist die tägliche Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit:

„Ich gehe jeden Tag nach Hause und denke mir: Ich mag das und freue mich schon auf die nächste Herausforderung.“

Für Hefele ist genau das der entscheidende Maßstab: gerne zur Arbeit zu gehen – und zu wissen, dass man etwas Relevantes leistet.

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